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Kritik Roman Shortstory Essay Gedicht Kurzprosa
Der Mann des Schmerzesvon Marcel Nebeling27.7.04
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DER MANN DES SCHMERZES



Das kleine Glockenspiel bimmelte wild, als die Tür aufgestoßen wurde. Sofort rauschte der Wind des sterbenden Herbsttages herein, heulte und schob die Kälte gegen die Wände. Jenkins, der Apotheker schaute auf und sah den Mann in der Tür stehen. Eine Gestalt, die lange Schatten im dahinschwindenden Tageslicht warf, leicht nach vorn gebeugt, so als ob sie etwas auf dem Fußboden suche.

„Guten Abend, der Herr.“, begrüßte Jenkins den Fremden und kam hinter der Theke vor, wo das große Glas mit den Kaubonbons für die Kinder wartete. Sein weißer Kittel verfärbte sich grau, als der Wind die Bäume durchschüttelte, die sich an den Straßen in den Himmel erhoben und deren Schatten zum großen Fenster mit der Auslage hinein in die Apotheke glitten.

Dann rutschte die Tür ins Schloss mit einem Lauten Rums und der Mann blickte auf. Das Spiel der Schatten jedoch verbarg sein Gesicht in Dunkelheit und Jenkins dachte kurz, dass der anbrechende Herbstabend, nichts schönes für ihn bereit hielt.

Wie um diesen Gedanken abzuwerfen, schüttelte der Apotheker den Kopf und kam noch ein paar Schritte näher. Der Mann hatte sich nicht bewegt, einmal abgesehen vom Auf und Ab der Brust, wo das Herz schnell dahin rasselte.

„Was kann ich für sie tun?“, fragte Jenkins.

Endlich bewegte sich der Mann wieder. Er kam ein paar Schritte näher, so dass sein Gesicht sich dem sterbenden Tageslicht offenbarte. Jenkins holte tief Luft, als er sah, das es in eine Maske des Schmerzes verzogen war. Die Stirn war gefurcht. Der Hut, der nur schräg auf dem Haupte saß, konnte die wenigen Haare nicht verbergen und die Haut war bleich wie der Asphalt der Straße, direkt vor der Apotheke, wo gelegentlich Fahrzeuge im fahlen Licht der Dämmerung vorbei glitten, wie Schiffe auf ferner See.

„Kopfschmerzen!“

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