Mitglieder: 819 | Autoren: 400 | Online: 0
  erw. Suche Texte: 6436 | Top 10 Mai. | alle Top-Texte
Kritik Roman Shortstory Essay Gedicht Kurzprosa
Haare so schwarz wie ein Espressovon Marcel Nebeling29.4.04
Gästebuch
alle Texte
4,50 (3 Bew.)
Bewerten
Druck-
Ansicht
Lesungen 5
von Mitgl. 5
Seite 1 von 4
>> 2
direkt zu Seite 1 2 3 4

HAARE SO SCHWARZ WIE EIN ESPRESSO


Es ist schon fast ein Ritual, dass sich jeden Freitag in der kleinen Bar vollzieht und jedes Mal fasziniert es mich von neuem. Mein Name ist übrigens Richard und ich bin Kellner in dem netten Cafe de Mare. Wie schon gesagt, jeden Freitag wird fast zur gleichen Minute, also kurz vor acht am Morgen, wenn die Sonne ihre kupfernen Strahlen durch die Fenster schickt und im Cafe die Schatten sich über die Tische schieben, die Tür aufgestoßen und die Frau kommt herein. Ich weiß Sie denken nun, dies wird eine dieser miesen Stories, die man angeblich immer im Penthouse oder im Playboy liest und Sie mögen Recht haben, aber lassen Sie sich nicht täuschen, diese Frau, sie ist es wert von ihr zu erzählen, zu träumen.

Ich stehe gleich neben der Tür und ihre Augen sind jedes Mal so tief, so tief wie ein Brunnen. Das braun ihrer Augen, es hält mich gefangen, wenn sie mir einen ihrer Blicke schenkt, für die Andere sterben würden. Das Lächeln auf ihren Lippen ist kokett und man sieht, wie feucht und voll sie sind. Sie trägt kein Make-up, was selten ist hier in der Gegend. Genau deswegen ist es noch viel verführerischer, wenn sie mich anlächelt und dann in ihrer festen, voll von Intelligenz und Wissen erfüllten Stimme sagt: "Guten Morgen, Richard. Ich hoffe Sie haben gut geschlafen."

Das sagt sie jedes Mal und ich stehe dann da und schlucke und nicke und komme mir vor, als wäre ich dabei im Boden zu versinken, bereit mit einem Teelöffel mich durch die Wüste zu graben; - nur eben weg von hier. Doch das kann ich nicht und so deute ich eine leichte Verbeugung an und führe sie dann zu ihrem Tisch. Anders, als Sie es vielleicht denken, hört man kein Klacken der High Heels, denn diese Frau, sie kommt jedes Mal barfuss. Sie ist eine Fee, denke ich des Nachts, wenn ich wachliege und von ihr träume.

Ich ziehe den Stuhl weg, dann blickt sie mich noch mal lächelnd an und setzt sich dann, während ich ihr den Stuhl unter das Gesäß schiebe. Ihr Po ist eine wunderschöne Kurve, so sanft und rund. Das Schwarz des langen Kleides scheint ihre Gestallt noch mehr zu definieren, sie mehr ins Bild zu setzen, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Es ist ja auch so ungeheuer schwer sie zu beschreiben, weil es immer irgendwie anders ist. Ja, Sie lesen richtig. Jedes Mal wenn sie kommt und mich anlächelt, glaube ich, dass ihr Gesicht irgendwie nicht das gleiche ist. Es ist einfach so, ich kann es nicht erklären. Nun ja, zum Beispiel war letzten Freitag unterhalb ihrer Lippe ein kleines Muttermal, aber dieses Mal, als ich ihr in die Augen schaue und frage, was sie denn möchte, ist es fort. Sie lächelt wieder ihr Lächeln, das einem das Gefühl gibt, ein sanfter Frühlingswind, duftend frisch, umschwirre einen und sagt dann: "Das Übliche, Sie wissen doch Richard. Ich bin jemand, der keine Experimente mag."

Das klingt dann fast wie eine Drohung und ich nicke wieder, so als ob ich eine dieser Aufziehpuppen wäre, die man in den Spielwarengeschäften findet, wenn wieder Weihnachten ist.

"Sehr wohl, Madam."

vor zu Seite 2 >>

Haare so schwarz wie ein Espressovon Marcel Nebeling29.4.04
Gästebuch
alle Texte
4,50 (3 Bew.)
Bewerten
Druck-
Ansicht
Lesungen 5
von Mitgl. 5
Seite 1 von 4
>> 2
direkt zu Seite 1 2 3 4
id
pw

Besucher:
  Anmelden / Passwort vergessen?
  Newsletter Hilfe

Internes:
Aktionen Listen
Impressum News
Kontakt Links
Alles aus der World of Warcraft bei Elbenwald.de

© Jens Becker www.intermitto.net